Gräupchen

Das Standard-Essen in den Nachkriegsjahren. Das gab es mindestens 3 mal die Woche. Bei Manchem sträuben sich noch heute die Nackenhaare, wenn sie das Wort Gräupchen hören.
Auch Du hast es nie essen mögen. Dabei ist dieses Gericht zu Unrecht so verrufen. Man muss es ja nicht wie damals, mit holzigem Kohlrabi und ein paar Fasern salzigem Pökelfleisch bereiten ...

Koche in 1 ½ Litern Salz-Wasser ½ Pfund durchwachsenes Rindfleisch mit einem Wurzelwerk (Suppengemüse), einigen Piment- und Pfefferkörnern zu einer Bouillon. Langsam offen sieden - etwa 2 ½  Stunden.
Ausnahmsweise, um Zeit zu sparen, ist hierzu auch der Schnellkochtopf geeignet.
Nimm das Fleisch aus der Brühe, lege es zum Abkühlen in eine Schüssel und gieße ein wenig Brühe darüber – damit es nicht austrocknet.
Die heiße Brühe gießt Du durch ein Sieb ab. Dann gib 1 Tasse Gräupchen in die heiße Brühe und lasse sie 30min (ohne weitere Hitzezufuhr) ausquellen. 

Inzwischen schneide das Fleisch in Würfel. Ist es noch zu fest, tue es gleich mit zu den Gräupchen, die Du nach dem Ausquellen noch 20min leicht siedest.

Einen kleinen Kohlrabi schneidest Du in Stiftchen, 2 feine Möhrchen in Halbscheibchen. Dünste beides in Butter mit etwas Salz und einer Prise Zucker, bis die Möhrchen leicht Karamelisieren. Dann 1 EL Tiefkühl-Erbs’chen hinzu, und noch 5min weiter dünsten.
Gib nun alles zu den Gräupchen, reibe etwas Muskat darüber, schmecke mit Salz ab und lasse den Topf noch 5 Minuten sanft köcheln. Fertig.

Ich glaube, dass Dir das sehr gut schmecken wird und das Gräupchen-Trauma damit beseitigt ist.

Sehr gut schmecken Gräupchen auch aus dem Gänseklein gekocht.

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