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In Verbindung mit Wild ist Hautgout immer wieder ein umstrittenes Thema.
Angeblich darf Wild mit Hautgout in Deutschland nicht in den Handel kommen.
Aber was ist Hautgout überhaupt?
Es ist die Fleischreife, die durh das
sogenannte Abhängen nach dem
Tot eintritt und für die Fleischqualität von entscheidenter Bedeutung ist.
Hautgout ist auch nicht
auf Wildfleisch beschränkt. Frisch geschlachtetes Fleisch ist zäh mit wenig
Geschmack und muss nachreifen. Bei der Dry Aged-Reifung lässt man Rindfleisch in Reifeschränken
oft wochenlang hängen – reifen unter kontrollierten Bedingungen. Das Fleisch
von Massetierhaltungen, wie z.B. Schweinefleisch eigenet, sich allerdings nicht
zum Reifen.
Wildfleisch eignet sich durch seine beonderen Zusammensetzung aufgrund der natürlichen
Ernährung aber
besonders dafür.
Der schlechte Ruf des Hautgout beruht
auf vor allem auf Unhkenntnis und hat
historische Ursachen.
Früher musste Fleisch in
Ermangelung von Kühlschränken und überall verfügbaren kalten Kellern oft
bei Raumtemperatur gelagert werden. Mikroben und Bakterien besiedeln das
Fleisch und führen zum Verderben des Fleisches, lassen Schimmel entstehen
und riechen unangenehm. Womit wir beim Hautgout wären.
Geschmack und Aroma durch
Verwesung? – Keine appetitliche Vorstellung, aber es entstehen Geschmacksstoffe, die wir
schätzen. Enzyme zerlegen Moleküle in geschmackvolle Fragmente. Aus
Proteinen werden schmackhafte Aminosäuren, aus Glykogen wird süße Glykose
und Fette wandeln sich in Fettsäuren mit reichlich Aroma. Es kommt auf den Grad der Verwesung an und unter welchen
Bedingungen sie abläuft. Käse ist auch nichts anderes als verfaulte Milch.!
Carême war einer der größten
Köche des 18. Jahrhunderts. Er prägte wesentlich die Grundlagen der
französischen Küche. Seiner Meinung nach sollte der Reifeprozess des
Fleisches möglichst lange dauern. Damals bedeutete dies mitunter wochenlange
Reifung bis zum Verderben der Fleischoberfläche. Offensichtlich
hatte er einen sehr robusten Magen. In den kühlschranklosen
Zeiten wurde frisches Wildfleisch nur im günstigen Fall in kühlen Kellern
oder Felshöhlen gelagert. Meistens hing es in Speisekammern o.ä. relativ
warmen Räumen. Dort begann es im Sinne von mehr Aroma und Geschmack, schnell
zu „reifen“. Mit dem
Zersetzen des Fleischeiweißes beginnt der Fäulnisprozess, also die Verwesung.
Je höher die Temperatur, desto schneller läuft er ab.
Bei Wildfleisch entsteht dabei ein sehr spezieller
fast archaischer Geschmack und Geruch. Bei richtiger kühler Lagerung und
Reifung schmeckt es mit leichtem Hautgout einfach köstlich. Wird der ideale
Zeitpunkt überschritten, ist eine gewisse Schärfe zu riechen und zu
schmecken. Das Überschreiten der optimalen
Reifedauer war früher eher die Regel. Damit man es wieder essen konnte, musste der
starke Hautgout abgeschwächt werden.
Aus diesem Grund wurde es in einer Beize z.B. mit
Rotwein, Buttermilch und starken Gewürzen mariniert.
Heute wird das oft umgekehrt
angewendet Durch Beizen und Marinieren will man fadem Fleich Geschmack
verleihen. Mit vermeiden des Hautgouts - aus welchen Gründen auch immer -
wird die Entwicklung
des Eigengeschamcks des Wildes verhindert und ersetzt den dann durch die irgendwelche
Beizen. Das hat nichts mit Wildgeschmack zu tun.
Nach Brillat-Savarin hatte ein
Fasan einen ausreichenden Reifegrad, wenn er, an den Schwanzfedern
aufgehängt, von allein herunterfiel.
Bei Hautgout gibt es wohl sehr unterschiedliche Ansichten...
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