Getreideerzeugnisse

An erster Stelle steht natürlich das 

Mehl

Dafür gibt es genormte Typ-Bezeichnungen:

Weizenmehl Type 405 enthält wenig Geschmacksstoffe. Geeignet für Kuchen, Kleingebäck und zum Binden von Soßen. Es ist das gebräuchlichste Mehl im Haushalt.

Weizenmehl Type 550 ist etwas kräftiger im Geschmack und eignet sich besonders gut für Hefegebäck.

Weizenmehl Type 812 ist ein helles Brotmehl. 

Weizenmehl Type 1050 schmeckt kräftig, hat einen hohen Eiweißgehalt und wird als dunkles Weizenmehl am meisten zum Brotbacken verwendet.

Weizenvollkornmehl Type 1700 auch Vollmehl genannt, enthält alle lebenswichtigen Stoffe und ist geeignet für alle Vollkornbackwaren.

Roggenmehl Type 997, 1150, 1370 schmeckt kräftig und wird vor allem zum Backen von Misch- und Sauerteig-Broten verwendet.

Roggenvollkornmehl Type 1800 ist sehr kräftig im Geschmack und reich an Nährstoffen.

Die Mehltypen geben Auskunft über den Inhalt der natürlichen Mineralstoffe im Mehl - nicht über den Malgrad! 
Das heißt, der Mineralstoffgehalt liegt beim Mehl der Type 405 bei 0,405 %, bei der Type 1050 bei 1,05 %.
Je höher die Typenzahl ist, desto mehr Vitamine, Mineralstoffe und vor allem mehr Ballaststoffe sind im Mehl enthalten.

Mehle werden nicht nur durch ihre Sorte und Typenzahl unterschieden. Je nach Mahlverfahren entstehen Mehle mit unterschiedlicher Struktur. 
Man unterscheidet glatte, griffige und doppelgriffige Mehle.

Als glattes oder feines Mehl bezeichnet man Mehl, das sehr fein gemahlen wird. Es fühlt sich samtig weich an und ballt sich leicht zusammen.

Beim griffigen Mehl ist eine sehr feine Körnung zu erkennen. Die Partikel sind zwischen den Fingern zu spüren – sind griffig. Griffiges Mehl ist etwas lockerer als glattes Mehl und ballt sich daher nicht zusammen.

Doppelgriffiges Mehl (sog. Dunst) ist aufgrund seiner feinkörnigen Struktur besonders quellfähig. Es ist stets rieselfähig, staubt nicht und löst sich in Flüssigkeiten auf, ohne zu klumpen. Der Teig wird dadurch besonders elastisch und lässt sich gut ausrollen und formen.
Griffige und doppelgriffige Mehle sind meist nicht unter dieser Bezeichnung handelsüblich, sondern mit dem Verwendungszweck benamt: Nudelmehl, Knödelmehl, Strudelmehl Spätzlemehl usw.

Grieß  

ist zwischen Mehl und Schrot einzuordnen. Er hat eine körnige Struktur.

Man unterscheidet Weichweizen-, Hartweizen- und Vollkorngrieß. Hart- und Weichweizengrieß bestehen aus dem Mehlkörper des Kornes, während Vollkorngrieß aus dem ganzen Korn gemahlen wird.

Weichweizengrieß eignet sich besonders für Gerichte, die cremig und locker bleiben sollen, wie z.B. Desserts, Kuchen oder Brei. 

Hartweizengrieß wird aus dem goldgelben Durumweizen gewonnen. Er verleiht herzhaften Speisen, wie Aufläufen, Knödeln und Klößen angenehmen Biss.

Vollkorngrieß wird aus dem ganzen Weizenkorn vermahlen. Er zeichnet sich durch einen nussigen, herzhaften Geschmack aus. Durch seine wertvollen Inhaltsstoffe ist er besonders für vollwertige Gerichte geeignet.

Unter Schrot versteht man die zerkleinerten Getreidekörner mit Schale und Keimling. Daher entspricht Vollkorn-Schrot in seiner Zusammensetzung dem ganzen Korn. Schrot ist reich an wichtigen Ballaststoffen, Mineralien und Vitaminen.

Weizenmalz ist das vorgekeimte und gedarrte Weizenkorn, aus dem das Weizenbier gebraut wird.

Dinkel (auch Alemannen- oder Schwabenkorn genannt) 

In unreifer Form als "Grünkern" bekannt, ist Dinkel der Ursprung unserer Weizensorten. Der hohe Kleber- und Eiweißgehalt verleiht ihm hervorragende Backeigenschaften. Nach den Lehren der Heiligen Hildegard von Bingen wird ihm eine heilende Wirkung zugeschrieben.

Der Hafer  

war lange Zeit die Hauptnahrung der Landbevölkerung, ehe er von der Kartoffel abgelöst wurde. Brot mit Haferzusatz schmeckt fad und zerfällt rasch, da er keine Klebereigenschaften aufweist. Dafür ist er reich an Fetten und soll die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigern. Wird meist als Brei genossen. Haferflocken sind in fast allen Müslis enthalten.

Gerste 

kommt im Haushalt meist als Graupen oder Gräupchen vor. Von Vielen Älteren in Erinnerung an die Hauptspeise der Nachkriegszeit heute noch gemieden. Zu Unrecht – eine Gräupchensuppe ist eine sehr wohlschmeckende Sache. (s. C-11) Die wichtigste Verwendung der Gerste ist das Bierbrauen. Dazu wird das Gerstenkorn zwei Tage in Wasser aufgequollen und zum Keimen gebracht. Dann wird es unter Wärme getrocknet bis geröstet – je nachdem, wie dunkel das Bier werden soll.

Gersten-Schrot wird auch als Grützmehl bezeichnet. Grützebrei, auch die inzwischen zu übersüßen Leckerei verkommene „Rote Grütze“, wurde ursprünglich aus Gerstenschrot – ganz ursprünglich aus Buchweizenschrot gemacht.

Buchweizen ist eigentlich kein Getreide, sondern gehört zu den Knöterichgewächsen.

Als besonders genügsame Pflanze war und ist Buchweizen ideal zum Anbau auf den armen Heide- und Moorböden Norddeutschlands. Im 17. und 18. Jahrhundert zählte er zu der Alltagsspeise der einfachen Landbevölkerung in der Lüneburger Heide. Buchweizen, verdrängt durch den Anbau von Kartoffeln, ist fast in Vergessenheit geraten.

Hauptanbaugebiet sind China, Russland, Ukraine und die USA. In Deutschland wird er noch in der Lüneburger Heide, in Schleswig-Holstein, Westfalen, am Niederrhein, in der Eifel und in einigen Alpentälern angebaut.

Buchweizentorte, deftige Buchweizenpfannkuchen und auch echte Rote Grütze aus Buchweizenschrot findet man aber wieder auf der Speisekarte manch guter Gasthöfe in Norddeutschland.

 

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