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In der Küche verwende ich nur Butter,
Butterschmalz, Schweineschmalz, Gänseschmalz und Rindertalg. Öle
selbstverständlich - wo sie benötigt werden. Margarine, Fertigbratfette
und Palmin gar nicht.
Butter
Alles was mit „Guter
Butter“ gekocht oder gebacken wird, verheißt einen ganz besonderen
Genuss.
Butter ist das optimale Fett der
menschlichen Ernährung seit tausenden von Jahren. 4000 Jahre alte
Keilschrifttafeln der Sumerer erwähnen schon Butter.
Seit ewigen Zeiten geprägt, empfindet der
Mensch den Buttergeschmack als Wohlgeschmack.
In der guten Küche ist Butter nicht
wegzudenken. Ihren ersten kulturellen Höhepunkt erlebte Butter durch die
von dem Meisterkoch Marie Antoine Carême (1784-1833) begründete
„Grand Cuisine“. Damals hat man am französischen Hof begonnen, Saucen
und Gemüse mit Butter zu verfeinern.
Butter entsteht aus dem Rahm, dem
Milchfett. Im Butterfass, oder industriell in Zentrifugen wird der Rahm von
der Milch getrennt. Dann muss der Rahm bis zu 30 Stunden reifen. Durch
Steuerung der Reifetemperatur – von Kalt bis Warm oder umgekehrt - wird
die Fettkristallisation und damit die Streichfähigkeit beeinflusst. Auch
die Qualität des Futters beeinflusst die Streichfähigkeit. Winterbutter
(Stallfütterung) ist ungeschmeidiger als Sommerbutter, die mehr ungesättigte
Fettsäuren enthält. Zur Verbesserung der Winterbutter wird dem Winterrahm
oft tiefgefrorener Sommerrahm zugesetzt.
Die althergebrachte Art der
Butterherstellung ist die Sauerrahmbutter. Dem frischen Rahm werden
sogenannte Säurewecker - Bakteriengemische u.a. der Gattung Lactococcus –
zugesetzt. Diese bilden während der Reifung Milchsäure und weitere
Substanzen, die das typische Aroma bewirken.
Süßrahmbutter entsteht ohne Säuerung
und ist vor allem in Süddeutschland beliebt, hat sich aber inzwischen in
den Küchen ganz Deutschlands ihren festen Platz erobert. Sie eignet sich
besonders gut für Soßenbindungen.
Mildgesäuerte Butter ist eine Süßrahmbutter der nachträglich,
also nach der eigentlichen Butterung, Milchsäure und Aromastoffe zugesetzt
werden.
Technisch gesehen ist Butter eine
Wasser-in-Öl-Emusion, die aus einer Öl-in-Wasser-Emulsion, dem Rahm,
hervorgegangen ist, indem sich die Phasen durch mechanisches Bearbeiten -
dem Buttern - umkehrten. Ungewollt geschieht dies mitunter, wenn versucht
wird, aus zu warmen Rahm Schlagsahne zu schlagen…
Ein Ammenmärchen ist, dass die gelbe
Butter ein Zeichen hohen Fettgehaltes der Butter, oder der ursprünglichen
Milch sei. Aus fetterer Milch entsteht lediglich mehr Butter. Der Fettgehalt
der Butter wird nur durch die Herstellung bestimmt. Jede Butter, ganz gleich
welchen Fettgehaltes, ist weiß. Erst wenn sie nicht mehr ganz frisch ist,
bekommt sie Außen eine gelbliche Färbung – ein beginnender
Oxidationsprozess – der schließlich zum Ranzigwerden führt.
Frische gelbe Butter ist lediglich gefärbt.
Die Gelbfärbung wurde schon immer gern angewandt. Früher mit Hilfe der
Ringelblume, der Sumpfdotterblume oder Fütterung des Milchviehs mit
Karotten – heute durch Zusatz von Carotin und geschieht aus rein ästhetischen
Beweggründen. Außerdem fällt so die typische leichte Gelbfärbung nicht
mehr ganz frischer Butter weniger auf…
Butter unterliegt strengen gesetzlichen
Normen und Kontrollen und wird in Deutschland in verschiedenen
Handelsklassen angeboten. Die Einteilung erfolgt anhand eines
Punkte-Systems. Die Punkte werden von amtlichen Prüfern für die Qualität
der Butter vergeben, im Einzelnen für Geruch, Geschmack, Streichfähigkeit,
Gefüge und Aussehen. Die entsprechende Handelsklasse muss auf der
Verpackung vermerkt sein:
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Deutsche Markenbutter, die höchste
Qualitätsstufe, muss mindestens 20 von 25 der zu vergebenden Punkte
erhalten haben. Sie muss aus gekühlter, pasteurisierter Sahne
hergestellt sein. Auf der Verpackung muss ein Hinweis auf die
"Amtliche Kontrolle" des zuständigen Bundeslandes vermerkt
sein.
-
Deutsche Molkereibutter muss
mit mindestens 15 Punkten bewertet sein.
-
Deutsche Kochbutter mit
mindestens 5 Punkten.
-
Deutsche Landbutter zählt
nicht mehr zu den eigentlichen Handelsklassen. Ihre Herstellung findet
direkt beim Milchbauern statt und nicht in den Molkereien. Dazu wird
frischer unpasteurisiertem Rahm verwendet. Die Säuerung darf nur natürlich
mit Milchsäurebakterien erfolgt sein.
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Ausländische Butter wird auch
als Importbutter bezeichnet. Ihr Herkunftsland muss auf der Verpackung
angegeben sein (z. B.: Irische Markenbutter). Auch Importbutter
unterliegt der Kennzeichnungspflicht nach deutschen Handelsklassen.
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Fassbutter Es wird immer nur
ein Fass Rahm zu Butter geschlagen. Die Butter wird noch ein bis zwei
Mal gewaschen, um letzte Reste der Buttermilch zu entfernen. Die
Herstellung erfolgt meist von Hand und ist aufgrund des aufwändigen
Verfahrens auch nicht gerade billig.
Auf Halbfettbutter, Magerbutter und andere
Milchstreichfette will ich hier nicht eingehen.
Gegen die Butter wird häufig
argumentiert, dass Butter Cholesterin enthält. Dabei wird geflissentlich
verschwiegen, dass Cholesterin vom Körper selbst gebildet wird, der
Cholesterinspiegel individuell verschieden ist und wenig davon abhängt, wie viel Cholesterin man mit der Nahrung aufnimmt. Die Fettsäurezusammensetzung
der Butter erhöht nachweislich den Blut-Cholesterinspiegel nicht. Man
braucht nicht lang zu überlegen, welche kommerziellen Interessen hinter den
„Cholesterinhysterikern“ stehen.
Ökologisch gesehen, hat die Butter nur
Pluspunkte: Rohstoffe aus regionaler Erzeugung, einfaches und nicht
energieaufwändige Herstellung. Ohne Chemie.
Ob Backen, Dünsten, Braten – Butter ist
unverzichtbar, legt man Wert auf Wohlgeschmack. Jedes Gemüse gewinnt durch
Dünsten in Butter oder dem Hinzufügen eines Löffelchens kurz vor dem
Auftragen.
Oder Pellkartoffeln mit Butter und Salz. Oder einfach nur ein Brötchen -
frisch vom Bäcker - mit Butter bestrichen. In meiner Kindheit in Sachsen
war Kakao & Butterbrötchen ein Mittagsmahl. Da durften wir
– was sonst nicht sehr wohl gelitten war – das Bötchen in den Kakao „ditschen“
- und das schmeckt auch heute noch so...
Das Braten mit Butter will allerdings
gekonnt sein und ist nichts für Leute, die gern ein „Höllenfeuer“
unter der Pfanne haben…. Bei zu hohen Temperaturen verbrennen die
Kaseinbestandteile der Butter und die Sache wird ungenießbar. Zum Braten
solltest Du darum geklärte Butter oder Butterschmalz nehmen.
Butterschmalz, das Gleiche wie geklärte
Butter, ist das optimale Bratfett.
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Es lässt sich, im Gegensatz zur
Butter, relativ hoch erhitzen.
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In Butterschmalz gebratenes Fleisch
ist eine Freude jeden Gaumens.
-
Und nicht zuletzt – Butterschmalz
ist ein Naturprodukt.
Butterschmalz gibt es im Handel. Man kann
es jedoch einfach und billig selbst herstellen, indem man nicht mehr ganz
ansehnliche Butterreste sammelt, oder Butter, die gerade im Angebot ist in
einem Topf langsam erhitzt, bis sie flüssig ist – sie darf aber nicht
kochen – und 30 Minuten auf dieser Temperatur hält. Die Kaseine - die
beim Braten so leicht anbrennen - sinken zu Boden und darüber steht die
geklärte Butter.
Noch 30 Minuten abkühlen lassen, die geklärte Butter vom Bodensatz abgießen
und in ein Vorratsgefäß füllen. Im Kühlschrank hält sich Butterschmalz
etwa 15 Monate ohne ranzigwerden.
Rindertalg
Früher
unverzichtbares Brat- und Backfett ist heute nicht mehr handelsüblich. Oft
wird sogar die Nase gerümpft. Zu Unrecht – Rindertalg ist eines der besten Fette in der Küche - hoch
erhitzbar und völlig geschmacks- und geruchsneutral. Bratkartoffeln mache ich am liebsten mit Rindertalg
- da werden sie am knusprigsten.
Rindertalg diente
jahrzehntelang als alleiniger Rohstoff für die Margarine und ist es z.T.
heute noch. Auch in den meisten fertigen Backfetten ist es enthalten – aus
gutem Grund.
Als beste Sorte gilt der Nierentalg. Für
die Feine Küche als „Premier Jus“ gehandelt – leider nicht in
Deutschland.
Für einige Originalzubereitungen, wie z.B.
Plumpudding, oder auch Blätterteig, ist Rindertalg unverzichtbar.
Benötigst
Du also Rindertalg z.B. für den Weihnachtsstollen, musst Du einen
freundlichen Metzger bitten, Dir welchen zu beschaffen. Natürlich kann er
das – wenn er will. Du wirst wahrscheinlich ein paar große Stücke rohen
Talg erhalten (pro Kg etwa 50 Cent), den Du selbst auslassen musst:
Wässere den rohen Talg 24 Stunden in
reichlich kaltem Wasser und schneide den Talg dann in Würfel. In einem großen
Topf lasse die Würfel mit einem Tässchen Milch bei gelindem Feuer (und geöffnetem
Küchenfenster…) aus, bis das Fett klar steht - es darf aber nicht bräunen!
Abkühlen lassen bis auf ca. 50° und von
den Grieben durch ein Sieb in ein Tongefäß abgießen. So hast Du ein vorzügliches
und nahezu geruchloses Brat- und Backfett, welches sich jahrelang hält.
Margarine
Brauche ich eigentlich zu
nichts! Ich will die Margarine nicht schlecht machen, aber sie ist und
bleibt ein Ersatzstoff – und das mit dem „gesünder“ ist ein Werbe-Märchen. (Siehe unter
Butter)
Margarine wurde 1869 im Auftrage Napoleon
III., der einen Butter-Ersatz für sein Heer brauchte, von dem französischen
Chemiker Megè-Mouriès entwickelt, Aus Rindertalg und Magermilch gelang ihm
die Herstellung der ersten Margarine.
Im Geschmack wurde die Margarine immer
weiter verfeinert, sodass Kaiser Kaiser Wilheln 1897 das
„Margarine-Gesetz“ erließ, um sie von der Butter unterscheiden zu können.
Die Margarine musste als abgestumpfter Kegel im Becher oder als
quadratischer Würfel im Handel angeboten werden. Zudem musste die
Verpackung einen deutlich sichtbaren roten Streifen und die Aufschrift
"Margarine" tragen. Außerdem musste der Margarine Kartoffelstärke
beigefügt werden um sie durch einfache Analysemethoden von Butter
unterscheiden zu können.
Erst 1985 wurde durch die Erfindung neuer
Analysemethoden dieses Gesetz überflüssig und außer Kraft gesetzt.
Seit 1902 wird, durch die Erfindung der Härtung
flüssiger Öle mit Wasserstoff, die Margarine mit großem Anteil oder ganz
aus Pflanzenölen hergestellt. Standard-Margarine (in Leipzig auch
„Luftschaukelschmiere“ genannt) besteht nach wie vor zum größten Teil
aus Rindertalg.
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