Kartoffelsalat - schwäbischer

Dieses Rezept zu veröffentlichen ist sicher ein Wagnis. Zum einen, weil hunderte gestandener Schwäbinnen schreien werden, was ich mir denn rausnehmen tät, als Nichtschwabe, grad mal Rei'gschmeckter, über schwäbischen Kartoffelsalat zu schreiben - und er würde sowieso ganz-ganz anders gemacht. 
Zum anderen vermute ich, dass dieser Kartoffelsalat ein Ding ist, was außerhalb "vom Länd'le" gar nicht schmeckt. Wie, wenn man sich aus dem Urlaub eine Flasche Landwein, oder eine landestypische Speise mitbringt - zu Hause mundet es nicht mehr so...

1 Pfund festkochende kleine Salatkartoffeln (z.B. Sieglinde) werden gekocht –  noch warm abgepellt und in 3-4mm dünne Scheiben in eine Schüssel geschnitten.
Obenauf kommt eine feingehackte Zwiebel, 1 TL Salz, ein Schuss Essig und 1 Tasse heiße Brühe. Mit zwei Esslöffeln vorsichtig untereinanderheben und für 1 Stunde zugedeckt warm stellen.
Dann mit 5 EL gutem Öl begießen und 1 TL Pfeffer darüber. Alles wieder vorsichtig mischen und noch 20min durchziehen lassen. Zum Servieren mit Schnittlauch bestreuen.
Der Kartoffelsalat ist gelungen, wenn er beim Rausschöpfen „quietscht“ – er muss schön „schlonzig“ sein, wie der Schwabe sagt. Ein Sachse würde „klunschig“ sagen – wobei dieser Begriff allerdings negativ determiniert ist. 

Dazu isst man im Schwabenland, Spiegeleier, Siedfleisch, geschmälzte Maultaschen, gebackene Fellchen, Fleischküchle, Spätzle mit Spargel, oder auch nur braune Soß’ – ebbe älles!

Mir schmeckt er auch „ohne älles“.

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