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Dies ist eine Sülze, wie man sie im Sächsischen kocht
und daselbst Gallertschüssel
genannt wird. Du brauchst dazu ein (ungepökeltes) Eisbein (Dickbein) und ein Spitzbein. Das Eisbein vom Metzger zersägen lassen.
Das Spitzbein bleibt ganz.
Ansetzen mit kaltem Wasser reichlich bedeckt. Es soll ruhig sieden, aber
nicht sprudelnd kochen. Nach einigen Minuten Kochzeit bildet sich schmutziger Schaum auf der Oberfläche. Diesen mit einem
Schaumlöffel abschöpfen, sonst wir die Brühe trüb. Das solange fortsetzen, wie sich fester Schaum
bildet. Das dauert so ungefähr 30 Minuten.
Manche Ernährungsapostel meinen, man solle den Schaum nicht abschöpfen, da er „wertvolle Nährstoffe“
enthalte. Das mag in Notzeiten vielleicht ein Ratschlag sein. Heute, wo wir unseren Körper sowieso mit
zu vielen Nährstoffen belasten, sollte man auf diese wenig wohlschmeckenden und unappetitlich
aussehenden Eiweiße verzichten. Das Wort Abschaum ist hier am Platze.
Nun in den Topf geben: 10 Pfefferkörner, 10 Piment,
3 Nelken, 2 Lorbeerblätter, eine halbierte Zwiebel, 1 Stück Sellerie, 1 Möhre,
eine kleine Petersilienwurzel, 2 EL Salz und 1 EL Majoran.
1 ½ Stunden im offenen Topf leicht sieden lassen. Dann den Topf
vom Herd, nach kurzer „Beruhigungszeit“ das Fleisch herausnehmen und in eine Schüssel geben. Die
Brühe durch ein Sieb gießen.
Alles ein paar Stunden abkühlen lassen.
Brühe wieder erhitzen. Kannst Du abschätzen, dass es noch zuviel
Flüssigkeit ist - Du brauchst höchstens ¾ Liter für diese Fleischmenge - muss die Brühe durch
Eindampfen reduziert werden. Die Sülze darf nicht so sein, dass am Ende nur ‚ab und zu’
ein Fleischstück in der Sülze ist, da sinkt beim Erstarren das ganze Fleisch auf den Boden und
oben hast Du nur „Fensterscheibe“.
Zwei geschabte Möhren in kleine Viertelscheibchen schneiden und mit
etwas Butter andünsten bis sie Farbe lassen (sich das Fett gelb färbt).
Zwei Gewürzgurken in kleine Würfel schneiden.
Das Fleisch vom Eisbein ablösen. Das weiche Fett unter der Schwarte schabe ich mit dem Löffel weg.
Vom Spitzbein wirst Du kaum Fleisch gewinnen. Es ist hauptsächlich zu
Gallertbildung notwendig. Die Schwarte kannst Du natürlich auch mit verwenden.
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Ich mache allerdings - als Liebhaber von Schwarten und Knorpel - aus
dem Spitzbein ein besonderes Gericht. Dafür behalte eine große Tasse (ca. 200ml) Brühe zurück. In
diesem Falle ist auch anzuraten, das Spitzbein vor dem Kochen längs zwischen den beiden großen Zehen
zu teilen, mit etwas Thymian zu bestreuen und mit einem Faden in mehreren Windungen wieder
zusammenzubinden. Das hat den Sinn, dass die Schwarte nicht unkontrolliert aufreißen kann. - Das
Rezept: siehe Spitzbein
Schwarte und Fleisch in ca. 1cm-Würfel schneiden und in die heiße
Brühe geben. Das ganze muss nun noch ca. 20 Minuten leicht sieden.
In dieser Zeit die Sülze mit Salz und Essig abschmecken. Sie soll so
abgeschmeckt werden, dass sie zu salzig und etwas zu sauer schmeckt. Das ist wichtig! Unsere Geschmacksorgane reagieren auf kalte Speisen anders als auf heiße. Würde die Sülze
im heißen Zustand auf „gerade richtig“ abgeschmeckt, würde die fertige, kalte Sülze fad schmecken.
Also: zu salzig und leicht zu sauer! Aber nicht zusammen, mal mit Salz
und mal mit Essig hantieren, sondern nacheinander, sonst wird es garantiert nichts! Erst Salz hinzugeben,
aufrühren und einige Sekunden sieden lassen, verkosten - bis die Sache zu salzig ist.
Nun Essig. Ich nehme dafür übrigens Essigessenz. Wein- oder Kräuteressige bringen mir einen
unerwünschten fremden Geschmack mit hinein. Ebenfalls würzen, bis leicht zu sauer. Danach kommt noch
ein Teelöffel Zucker dazu.
Nach 10 Minuten Siedezeit kommen auch die angedünsteten Möhrchen mit
hinein. Am Ende der Kochzeit gib eine TL frisch gemahlenen Pfeffer auf die Oberfläche - damit der
Pfeffer zuerst mit dem Fett in Berührung kommt und nicht mit den wässrigen Bestandteilen. Dann kommen
die Gurkenwürfel dazu und ein Glas Weißwein. Noch einmal aufkochen lassen, den Topf vom Herd ziehen und
abkühlen lassen.
Ist der Topf handwarm abgekühlt, verteile die Masse mit einer Kelle in
entsprechende Behältnisse. Ich mache immer eine große Schüssel und mehrere kleine Sülzportionen in
Kompottschälchen.
Wird die Masse gel-artig und beginnt zu erstarren, rühre noch mal vom
Boden aus auf, damit sich alles gleichmäßig verteilt.
Die Fettschicht, die sich auf der Oberfläche der erstarrten Sülze gebildet hat, nimm erst kurz vorm
Verbrauch ab, sie hat nämlich konservierende Wirkung.

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