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Kürbissuppe. In den höchsten Tönen
wurde mir immer über Kürbis-Süppchen vorgeflötet. Auch in Betracht dieser
nervigen Gesänge habe ich mich wohl stets dankend abgewandt…
Herbst 2015 war ich zu einem
abendlichen Menue eingeladen und als ersten Gang gab‘s natürlich –
Kürbissüppchen.
Höflichkeitshalber konnte ich nicht ablehnen.
Und ich war verblüfft:
Statt des süßlichen,
übelriechenden Kürbisbrei’s (wie ich es immer empfand), überraschte mich ein
interessantes leckeres Süppchen.
Was war hier so anders ??? Ich
versuchte die Zutaten zu analysieren: • Wein war jedenfalls dabei. •
An Gewürzen glaubte ich Curry oder Kardamom festzustellen; • ebenso
Muskat – eventuell Ingwer… • Weiterhin schmeckte ich Zwiebel und einen
Hauch Knoblauch. • Gebunden mit Sahne. • Obenauf schwammen geröstete
Kürbiskerne. Aber das Interessanteste war die braune Spur, die
kreisförmig auf der Oberfläche schwamm! Was war das nur für ein Geschmack?
Das gab der ganzen Suppe den delikaten Pfiff ! Es sah aus wie Maggi oder
Worcestersauce – war es aber nicht. Geschmack: Nussig mit Röst-Aromen. Von
mir nicht einzuordnen.
Schließlich entdeckte ich jedoch im
Internet in
einigen Rezepten die Zutat „Kürbiskernöl“ – kannte ich nicht. Eigentlich
naheliegend.– Und das war’s! Genau dieses Aroma machte u.a. aus dem
vulgären Kürbisbrei eine Delikatesse.
Und nun ging es an‘s Probieren, um den
Geschmack so hinzubekommen, wie er mir erinnerlich war. Ergebnis:
Meine Kürbiscremesuppe
Zutaten
• 1 kg Hokkaido-Kürbis = etwa 750 g Kürbisfleisch
• 100 g Butter
• 2 mittlere Schalotten
• 2 Knoblauchzehen
• 150 ml
Weißwein, trocken
• 0,5 L Gemüsefond (aus
Brühpulver)
• Salz, Pfeffer, Zucker
• 1 TL Kurkuma und evtl. Ingwer
• Muskatnuss,
frisch gerieben
• 200 ml Sahne
• 10 g
Kürbiskerne, gehackt und angeröstet
• Kürbiskernöl
Zubereitung
100 g (kalte) Butter in kleine Würfel schneiden und
tiefkühlen (zum Legieren). Den
Hokkaido-Kürbis waschen und ungeschält verarbeiten – seine Schale ist
essbar. Kürbis halbieren und mit einem Löffel das Kernegelärsch ausschaben.
Kürbisfleisch würfeln. 2 Schalotten fein würfeln, 2 Knoblauchzehen fein
hacken. Kürbis, Zwiebel und
Knoblauch in der restlichen Butter glasig dünsten. Mit Weißwein ablöschen,
etwas einkochen. Gemüsefond
dazugeben, zugedeckt bei milder Hitze 25 Minuten kochen.
Mit Salz, Pfeffer, 1 Prise Zucker,
Kurkuma und Muskat würzen. Sahne dazugeben, aufkochen und mit dem Mixstab
fein pürieren. Der Geschmack
muss „rund“ sein – von den drei geschmacksbestimmenden Komponenten Zwiebel,
Knoblauch, Muskat, darf keine vorschmecken – evtl. noch etwas weiter
„blubben“ lassen. Die Suppe
sollte jetzt unbedingt über Nacht „reifen“.
Die Kürbissuppe am nächsten Tag
vorsichtig erwärmen und mit der kalten Butter montieren.

Wichtig: Auf dem Teller ein paar Spritzer Kürbiskernöl kreisförmig
verrühren und mit gehackten, gerösteten Kürbiskernen bestreuen. *)
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*) Aus Sparsamkeit hatte ich versucht,
die ausgeschabten Kürbiskerne zu verwenden. Dass ist eine sehr mühselige und
zeitraubende Arbeit. Das nächste Mal werde ich ein Tütchen geschälte
Kürbiskerne kaufen.
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