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Denke ich an meine Leisniger Kindheit, habe ich immer
noch Mutters „Sonntag gibt’s
Wiechebraten“
im Ohr. Diese, in gehobenen Ton erfolgte Ankündigung, löste ein
allgemeines „Oho“ aus. Wiegebraten war in der Zeit nach 1945 ein
seltenes Festessen. Ein Festessen ist es für mich auch heute noch – im
Allgemeinen aber verdrängt durch die raffinierteren kulinarischen Genüsse
unserer Überflussgesellschaft.
Wiegebraten oder Hackbratern wird in der Berliner
Gegend „Falscher Hase“ genannt – auch als
„Arme-Leute-Sonntagsbraten“ bezeichnet. Der Tarnname lässt das deutlich
werden.
Mit guten Zutaten und einer feinen Soße kann aber
ein nicht zu verachtender Genuss daraus werden.
Zutaten
- 1 ½ Kg Schweinehack – am besten selbst durchgewolft, zur
besseren Bindung noch 500g Rinderhack, werden mit einer großen gewürfelten
Zwiebel gut verknetet.
- Ein in Milch aufgeweichtes Brötchen und 2 Eier dazu.
- Würzen mit 3 TL Salz, 2 TL frisch gemahlenem Pfeffer, 2 TL
Kümmel und einem TL Muskat.
- Ich gebe auch gern noch 1 EL Kapern dazu. Auch in Butter angedünstete,
Champignonscheibchen sind nicht zu verachten. Der Fantasie sind da keine
Grenzen gesetzt.
Forme aus der gut durchgekneteten Masse nun einen länglichen
Laib. Vielerorts wird in die Mitte auch noch ein hartgekochtes Ei platziert
– gewissermaßen das Herz des falschen Hasen. Geschmacklich bringt das
zwar nichts, aber es sieht sehr schön aus. Besonders wenn man den
Wiegebraten als kalten Aufschnitt verwendet, wozu er sich auch vorzüglich
eignet.
Braten
Den Laib bettest Du auf den mit Speckscheiben
ausgelegten Boden des Bräters. Auch obenauf wird der Laib mit einigen
Speckscheiben bedeckt.
Seitlich legst Du eine halbierte Zwiebel und ein paar
Möhren- und Selleriestücke an.
Füge jetzt 2 EL Butterschmalz hinzu und schiebe
den Bräter offen für 2 Stunden in die auf 180° vorgeheizte
Herdröhre.
Immer
offen braten - deckst
Du zu, reißt der Braten.
Ab 30min Bratzeit, immer mal seitlich ein wenig heißes
Wasser angießen.
Bräunt er oben zu sehr, legst Du ein Stück Alufolie
auf. Bräunt er schlecht, musst Du die Temperatur erhöhen – nicht bei
jedem Herd sind 180 Grad auch wirklich 180 Grad.
Zwischenzeitlich dünstest Du für die Soße 100g in
feine Scheiben geschnittene Champignons in Butter.
Nach der Bratzeit gib dem Braten außerhalb noch 10
Minuten Ruhe. und hebe ihn dann vorsichtig auf das Serviertablett – im
ausgeschalteten Herd warm halten..
Die Soße:
Auf dem Herd kochst du den Bratfond mit dem Gemüse
mit ¼ L Wasser auf und löse dabei mit einem Schaber oder Gabel das
„Angehängte“.
- Gieße das Ganze in einen Soßentopf und püriere darin das Gemüse
mit dem Stabmixer – die Soße erhält dadurch schon eine gute Bindung.
- Bringe die Soße wieder zum Kochen, gib die gedünsteten Champignons
hinzu und köchele noch 5min.
- Jetzt abschmecken.
- Die Soße muss noch zu salzig sein, denn jetzt kommt 200g Creme
fraiche hinzu.
- Nach 5min. köcheln wiederum abschmecken und evtl. nachwürzen.
Den Braten umgebe ich vor dem Servieren gern mit in
Butter gedünstetem Möhrchen-Erbsengemüse:
Den
möchte ich sehen, der hier widerstehen kann
Dazu
gibt’s Kartoffelmus
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