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Den besten Gänsebraten erzielt man mit
einer frisch geschlachteten Gans – die noch zwei Tage abgehangen wird. Ist
sie auch noch vom Bauern, den man kennt, kommt als weiterer Vorteil hinzu,
dass die Innereien, also die Leber, sowie Magen und Herz für das Gänseklein
dabei sind - und zwar vollständig! Bei allen anderen gehandelten Gänsen,
besonders bei den tiefgefrorenen Polnischen und Ungarischen - wo man es
nicht kontrollieren kann – ist es leider so, dass – auch wenn drauf
steht: „mit eingelegten Innereien“ - nur noch Rudimente vorhanden sind.
Von der Leber höchstens ein Drittel – oder gar gegen ein Stück
Entenleber ausgetauscht...
Es gibt viele Arten, die Weihnachtsgans zu
füllen: mit Äpfeln, Kastanien, Backobst – jeder schwört auf seine Art.
Bei mir gehört in eine Gans nur ein
Sträußchen Beifuß – basta. Das ist allerdings nicht die ganze Wahrheit,
denn oft stecke ich noch eine Schweinslende oder ein Stück Kalbfleisch
hinein, weil ich immer Angst habe, die Gans reicht nicht - und für Leute,
die Angst um ihre Galle haben. Das magere Fleisch nimmt auch den herrlichen
Gänsegeschmack an.
Also los geht’s.
Der erste Arbeitsgang ist das Absuchen der
Haut nach steckengebliebenen Gänsekielen. Oftmals muss man sie mit der
Zange herausziehen. Als nächstes schneide ich mit einem spitzen Messer die
beiden Talgdrüsen aus dem Bürzel – sie geben mitunter einen seifigen
Geschmack ab.
Die beiden Flügelenden abgetrennt. Nicht mit der Geflügelschere! – das gibt nur Splitter. Mit
dem Messer wird am Gelenk die dicke Sehne durchgeschnitten, dann das Gelenk
nach hinten weggebrochen und die Reste des Bindegewebes mit dem Messer
durchtrennt - ganz einfach.
Der Hals wird am Korpus abgetrennt und
kommt zum Gänseklein. Auch nachschauen, ob nicht noch ein Rest der Gurgel
vorhanden ist – das kommt oft vor.
Die losen Fettfladen im Inneren werden
herausgerissen und gewässert. Mit dem abgeschöpften Fett lässt sich
daraus später herrliches Gänseschmalz herstellen.
Die Gans wir nun Innen und Außen kräftig mit Salz eingerieben
und ein Sträußchen Beifuß hineingesteckt - und eventuell noch das oben
erwähnte (ebenfalls gesalzene) Fleischstück.
Dann wird die Gans zugenäht – das ist
ganz wichtig! Und zwar auch die Halsöffnung. Manchmal stecke ich sie auch
bloß mit ein paar Zahnstochern zu. Hauptsache zu! – sonst trocknet sie
aus.
Die Flügel und Keulen binde ich mit Küchengarn
zusammen, sonst wird der Braten zu sperrig.
Nun wird nun die Gans – mit der Brust
nach unten – in einen Gänsebräter gelegt und mit ¼ l Kochendwasser
und einer kleinen Zwiebel angesetzt. Auf kleiner Flamme, oder im Herd bei
160°, soll sie nun eine Stunde zugedeckt dünsten.
Bei diesem Dünsten lockert sich das Fett
im Gewebe und kann abfließen. Ein paar Gabelstiche unter den Keulen und am
Bürzel helfen nach.
Vorkochen sagt man dazu,
weil nach dieser Prozedur der Garprozess durchaus unterbrochen und am nächsten
Tag fortgesetzt werden kann (das spart Zeit am Weihnachtstag).
Zum Braten wird die Gans gewendet – Brust
nach oben. Die Temperatur wird nun in der Röhre auf 180° eingestellt und die Gans 1 Stunde zugedeckt
gedünstet.
Dann kann offen gebraten werden. Jetzt
sollte man schon mal Fett abschöpfen und eventuell eine kleine Menge
Kochendwasser seitlich nachgießen. Alle 15 Minuten muss die Gans nun mit
dem Bratsaft übergossen werden.
Nach einer weiteren Stunde wieder Fett
abschöpfen. Übergießen nicht vergessen!
Die Gesamtbratdauer der vorgekochten Gans
wird bei einem 4 Kg-Exemplar mindestens 3 ½ - 4 Stunden sein. Nach drei
Stunden sollte die Gans zu bräunen beginnen. Bräunt sie zu schnell, ein Stück
Alufolie auflegen. Ist sie noch zu bleich, die Temperatur erhöhen.
Die letzte Viertelstunde – sie muss nun
schön gleichmäßig Goldbraun sein – wird die Gans mit kaltem Salzwasser
eingepinselt. Das ergibt eine krosse Haut.
Ist die Gans fertig, wird der Bräter aus
dem Herd genommen, die Gans vorsichtig mit zwei Bratenwendern auf eine
Platte gehievt und warm gehalten (im ausgeschalteten Herd).
Nun muss erstmal das Fett vom Bratenfond
abgeschöpft werden. Dann wird mit dem Fond und eventueller Zuhilfenahme von
etwas Kochendwasser - durch eifriges Schaben mit einer Gabel aller
Bratensatz von Boden und von den Wänden gelöst.
In ein kleines Kasserol
gegossen, ist das dann der Grundstock der Soße. Ja eigentlich ist das schon
die Soße. Es wird nur verkostet, ob sie etwa zu salzig ist – dann kommt
noch Kochendwasser zu. Dieser Fond wird dann mit in ½ Tasse kaltem
Wasser aufgelösten 12 TL Kartoffelstärke gebunden. Soße kurz aufkochen
-fertig.
Die Gans wird aufgetragen und am Tisch mit einem scharfen
Messer tranchiert – nicht mit der Geflügelschere
zerbitzelt.
Dazu gehören natürlich Grüne Klöße
und Rotkraut - und ein kräftiger Weißwein.
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