Frikadellen

Hackfleischbratlinge – diese ziemlich gestelzte Bezeichnung wurde wahrscheinlich von den Vegetariern in Anlehnung an ihre Haferflockenbratlinge gestrickt, damit kein Appetit aufkommt...
Denn mit welchen fantasievollen Namen werden diese überall beliebten Dinger in unserem Lande bedacht:

  • Frikadelle, Fleischpflanzerl, Bulette, Bratklops, Karfonadl, Fleischküchle, Hacksteak, Deutsches Beefsteak...

Und was wird darin nicht alles verwertet...

Doch darüber will ich den Mantel des Schweigens breiten und angeben was in meine Frikadellen kommt:

1½ Pfund Hackfleisch vom Schwein. Seit dem Zeitalter der Magerschweine und der deutschen Hackfleischverordnung, nehme ich nicht auch noch mageres Rindfleisch dazu, sonst werden sie zu trocken. Am besten ist es natürlich, man dreht sich das Fleisch - halb Schweinenacken, halb Schweinebauch - selbst durch den Fleischwolf!

 Auf die auf einem Küchenbrett ausgebreitete Masse kommt nun:

    ½ Teelöffel Salz
    1 Teelöffel Kümmel
    ½ Teelöffel frisch gemahlener Pfeffer
    1 Teelöffel Senf
    etwas frisch geriebene Muskatnuss
    1 gehackte mittelgroße Zwiebel – kannst Du auch vorher in Butter etwas anrösten
    1 gehackte und in Salz zerdrückte Knoblauchzehe
    1 gehackte Sardelle
    1 EL Semmelbrösel – oder auch ½ altbackenes Brötchen - eingeweicht und wieder ausgedrückt

Wundere Dich nicht über die Sardelle - es schmeckt dann nicht nach Fisch! Doch diese Sardelle ist das I-Tüpfelchen aller Fleischhackmassen und das Geheimnis, warum es bei dem Einen schmeckt und beim Anderen nicht ganz so...
Nimmst Du statt Semmelbrösel ein eingeweichtes Brötchen, gib es erst nach einigem Kneten – samt dem Salz hinzu. Die fettlöslichen Gewürze wie Pfeffer und Muskat können sich so besser entfalten.

Diese Masse wird nun mit den Händen kräftig durchgeknetet (ein Schuss Sherry gibt noch das gewisse Etwas) und flache Klopse daraus geformt.
In Butterschmalz werden sie nun mit viel Zwiebelringen langsam schön knusprig gebraten.

Dazu passt am besten Kartoffelmus.

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