Das Spiegelei

Bei einem Spiegelei kann man nichts falsch machen? Irrtum. Ist das z.B. das Bratfett noch zu kalt, wird das Spiegelei unten festbacken und man bekommt nur noch ein unansehnliches Unfall-Fragment aus der Pfanne.
Das Bratfett, hier kommt natürlich nur Butter infrage, kein Öl (igitt) muss heiß sein, darf aber nicht etwa rauchen – dann ist alles schon zu spät. Das gilt für alle Bratvorgänge!
Wie soll man das aber feststellen? – irgendwann hat man es im „Gefühl“. Aber auch der Profikoch prüft oft die Hitze des Bratfetts mit ein paar Spritzern Wasser (aber wirklich nur mit ein paar Spritzern vom nassen Finger). Knistert es – ist es richtig.

Nun das Ei am Pfannenrand aufschlagen und hineingleiten lassen. Sofort die Hitze zurücknehmen. Und sofort salzen, damit das Eiweiß schnell gerinnt, ehe die Unterseite des Spiegeleies hart verbrannt ist. Besonders um das Dotter herum sollte gesalzen werden. Warum? Weil das Eiweiß um das Dotter herum das Protein Ovomuzin enthält, was besonders schwer gerinnt. Und ein Spiegelei mit einer glibberigen weißlichen Masse ist kein wahrer Hochgenuss.

Die Pfanne nach etwa 2 min kurz hin- und herschütteln, damit sich das Ei von der Pfanne löst.
Das Ei ist fertig, wenn alles Eiweiß geronnen ist, es sei denn, das Eigelb soll auch gerinnen. Dann musst Du noch etwas warten, da das Eigelb eine um 8° höhere Gerinnungstemperatur hat.

Ist es nicht ein gummiartiger Lappen geworden mit einer verbrannten Unterseite, hast Du alles richtig gemacht.

Es gibt natürlich zahlreiche Variationen des Spiegeleies. Du kannst z.B. in der Pfanne Tomatenscheiben oder Blutwurstscheiben vorrösten, ehe Du das Ei einschlägst.

Oder eine besonders hübsche Variante:

Steche mit einer geeigneten Tasse eine Brotscheibe in der Mitte aus. Diese „gelochte“ Brotscheibe brätst Du in der Pfanne goldgelb an. Wende sie und schlage das Ei in die ausgestochene Öffnung. Inzwischen bestreiche das ausgestochene Teil mit Butter und belege es mit Gewürzgurken, Tomaten etc.

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