09.08.2015
 
Zur Linde
Ein wunderschönes Gartenlokal -   inmitten gepflegter Kleingärten am Rande des Leisniger Stadtparks.
Alle Vorraussetzungen für einen schönen Abschluss in der Leisniger Parknatur waren gegeben.
 
Und das Wetter war auch danach.
 
Einige von uns kennen das Lokal noch aus der Kindheit als "Naturheilgarten". Errichtet wurde es wohl so um 1930 aus der Bewegung der Naturheilvereine heraus,
die eine gesunde Lebensweise propagierten.

 Also damals schon ganz modern
und für ältere Herrschaften wohlgeeignet.

Ja, damals...
Durstig und vor allem hungrig kamen wir in der "Linde" an.
Da eine kleine reduzierte Speisekarte mit 4 Gerichten seit Monaten mit der Wirtin abgesprochen war, rechneten wir mit schneller "Abfütterung".
Es kam leider anders.
Nach längerer Zeit fragten wir nach dem Essen und wurden schnurzig belehrt:
"Ja wenn ihr alle dasselbe bestellt - mir ham ähm nur een Grill!" -  Peng! - Da hatten wir's.
Entschuldigung klingt anders.
Wieso dann allerdings Fee auf Marinierten Hering auch eine Stunde warten musste?  -  der kam nicht vom Grill.

Mit gleicher Schnurzigkeit könnte man sagen:
Wenn die Küche nur über die Leistungsfähigkeit einer Imbissbude verfügt, dann sollte man kein Abendessen für ein Klassentreffen annehmen! -  Punkt!

Als wir dann noch angeblafft wurden, weil wir uns aus der dunklen Gaststubenecke in die helle Sonne des Biergartens verzogen, war die Stimmung so ziemlich am Nullpunkt.
 - An den Gesichtern ist es abzulesen -
Dieser Schnappschuss von Fee ist übrigens das einzige Foto aus der "Linde" -  keiner hatte Lust zum Fotografieren.
Originell der Fuchs im Hintergrund - er hatte offensichtlich auch Hunger...
Wenigstens etwas Positives geschah in der Linde - wir schrieben unserer krank darniederliegenden Fanny einen Trost-Gruß. Sie hat sich so darüber gefreut, dass sie - wie sie uns mitteilen ließ - keine Medikamente mehr bräuchte...
Frau Wirtin agierte weiter im rauhen Ton, sichtlich genervt ob der ungewohnten Anzahl von 15 Gästen  
- wir waren allerdings die Einzigen -
Mag sein, dass dieser ruppige Umgangston von Stammgästen als lokales Colorit ganz lustig gefunden wird,
 - bei Fremden mit knurrendem Magen will da allerdings keine rechte Heiterkeit aufkommen -
Ach Lindenwirtin…
Relativ zeitig, gegen 21 Uhr, verließen wir die Stätte garstiger Herzlichkeit - die meisten wollten wohl nach Hause zum Essen...

Einige Unentwegte wollten aber noch zu einem Absacker in die "Taverne", um auf der Terrasse den herrlichen Sommerabend zu genießen - den Ärger runterspülen.

Allerdings hatte die Taverne 21 Uhr schon dichtgemacht!

Der neu bewirtschftete "Stiefel" auf dem Burglehn machte auch gerade zu!

Oh Leisnigs Gastronomie...
Die Fee lud uns dann zu sich in ihren romantischen Garten zu einem Bierchen ein -  ein Happen zu essen war auch vorhanden.
So wurde es noch ganz kurzweilig und der Tag fand doch noch einen harmonischen Abschluss.
*
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